NEWSLETTER Nr. 1/2013
Interessengemeinschaft Industriestrasse (IGI)

Luzern, Juli 2013

Liebe Leserinnen
Liebe Leser

Hier kommt der erste Newsletter der IG Industriestrasse – ein Rückblick auf die Monate nach der Abstimmung vom 23. Sept. 2012:

Anliegen der Bevölkerung durchsetzen
Nach der gewonnenen Abstimmung sieht sich die IG Industriestrasse (IGI) in der Pflicht, den Anliegen der Bevölkerung (zahlbarer Wohnraum, Erhalt der kulturellen Freiräume, Förderung des Kleingewerbes...) zum Durchbruch zu verhelfen. Damit an der Industriestrasse ein zukunftsweisendes Leuchtturmprojekt entstehen kann, braucht es aber auch das Entgegenkommen der Initiativgegner_innen der bürgerlichen Parlamentsmehrheit. Die IGI zeigt sich gesprächsbereit und freut sich auf einen spannenden gemeinsamen Prozess.

Wie weiter nach der Abstimmung?
Nach dem positiven Entscheid an der Urne war die Zeit für eine gemeinsame Position gekommen. Doch was sind die Ideen der IG Industriestrasse? Die IGI traf sich kurz nach der Abstimmung zu einem Workshop in Bern. Diskutierte über alternative Wohn- und Arbeitsformen, über Möglichkeiten, günstig und ökologisch zu bauen, wie ein Neubau auszusehen habe. Oder darüber, ob und wie lange bestehende Gebäude in der Industriestrasse stehen gelassen werden und wie diese saniert und weiterhin genutzt werden können.

Aus den Erkenntnissen der Gespräche, regen Diskussionen und Debatten resultierte ein Forderungskatalog. Mitte November 2012 fand ein erstes Treffen mit der neuen Baudirektorin Manuela Jost statt. Bei diesem Treffen stellte die IG Industriestrasse diesen Forderungskatalog vor – viele der Ideen fanden überraschend gutes Gehör.

Ernüchternder Workshop
Mitte Dezember fand am runden Tisch ein – von der Stadt initiierter – Workshop statt. Teilnehmer_innen waren Vertreter_innen der Fraktionen des Grossen Stadtrates, der Stadtverwaltung und der IG Industriestrasse. Der Verlauf und das Ergebnis des Workshops löste bei der IGI Ernüchterung aus: Die Stadt hatte versucht, ein vorher geplantes Verfahren durchzusetzen, ohne sich die Anliegen der IGI richtig anzuhören. Die Teilnehmenden der IGI, aber auch einzelne Vertreter_innen der Parteien, fühlten sich nicht richtig ernst genommen. Und kritisierten den Umstand, dass über ein Papier gesprochen wurde, welches die Teilnehmenden vorher nicht zu Gesicht bekommen hatten.

Rahmenbedingungen gemeinsam ausarbeiten
Doch auch die Vertreter_innen der Stadt bemerkten nach diesem Workshop, dass dies der falsche Weg war, ein neues Projekt für die Industriestrasse auszuarbeiten. Zu gross waren die Differenzen zwischen den Fraktionen des Grossen Stadtrates, der Stadtverwaltung und der IG Industriestrasse.
So kam es, dass sowohl die Baudirektion, als auch die IGI unabhängig voneinander auf die Idee kamen, ein partizipatives Verfahren durchzuführen, um die Rahmenbedingungen für das neue Projekt auszuarbeiten!
Partizipativer Prozess gestartet Nach den schlechten Erfahrungen des Workshops über die Zukunft der Industriestrasse letzten Dezember lancierte die Stadt im Frühjahr 2013 einen partizipativen Prozess. Durchgeführt wird der Prozess von der Hochschule Luzern – Technik und Architektur und der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Als erstes fanden Vorgespräche mit Nachbarn_innen, Quartiervereinen, Baugenossenschaften, Parteien sowie Kultur- und Wirtschaftsorganisationen statt. Am 25. März 2013 kam die IGI zu ihrem Vorgespräch zusammen. Die Vertreterinnen und Vertreter der IG Industriestrasse haben dort ihre Ideen zur Weiterentwicklung des Areals eingebracht.

Am 30. April fand dann die erste Runde des partizipativen Verfahrens statt. Aus den Vorgesprächen wurden die Themenbereiche herausgefiltert, in denen bereits ein Konsens aller Beteiligten bestand. Behandelt wurden am Verfahren also nur Themen, bei welchen noch keine Einigkeit herrschte. Vielfach konnte im Verlauf der Gespräche eine Annäherung erzielt werden.

Am 27. Juni debattierte der Grosse Stadtrat über das geplante Vorgehen zur Ermittlung der Bauträgerschaft und über den partizipativen Prozess. Nach den kritischen Voten von FDP und SVP hofft die IG Industriestrasse auf mehr Kompromissbereitschaft im weiteren Prozess. Denn in der zweiten Runde am 9. Juli soll der Fokus auf Bereiche gelegt werden, in denen immer noch grundsätzliche Differenzen bestehen. Die IGI ist offen für Verhandlungen – nach dem klaren Abstimmungssieg ist es nun jedoch an den Initiativgegner_innen sich zu bewegen.

Genossenschaft GWI gegründet
Seit Ende Januar dieses Jahres ist die Stadt Luzern um eine Baugenossenschaft reicher. Die neu gegründete „Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Industriestrasse (GWI)" will – vorerst auf dem Areal Industriestrasse – günstigen Wohn-, Gewerbe- und Kulturraum fördern. Mit der Berücksichtigung – unter anderem - neuer Wohnformen und autoarmen Wohnens und der Vertragslandwirtschaft bringt die GWI frische Wohn-Ideen nach Luzern. Denn die GWI, aus dem Umfeld der IG Industriestrasse entstanden, will keine gewöhnliche Baugenossenschaft sein. Gemäss Statuten strebt sie neben neuen Wohnformen auch die Erstellung von Räumen für Kleinstgewerbe und Kulturschaffende, gemeinschaftliche Einrichtungen, Selbstverwaltung durch Haus-Gemeinschaften und die Anbindung an die Vertragslandwirtschaft an. Damit ist sie einzigartig in Luzern, ihre Ideen sind andernorts aber bereits erfolgreich erprobt.
Mehr lesen auf der Website der GWI:

http://genossenschaftindustriestrasse.ch

Offene Türen an der Industriestrasse
Die Industriestrasse ist nicht erst seit dem erfolgreich gestalteten und gewonnenen Abstimmungskampf eine feste Grösse in der lokalen Presselandschaft. Interessierte können sich bestens via diverse Kanäle über die Industriestrasse informieren, wenige sind aber je persönlich vor Ort gewesen. Ein Tag der offenen Tür war daher prädestiniert dazu, um neugierigen Luzerner_innen den bunten, oft aber auch rätselhaften Mikrokosmos „Industriestrasse" ein wenig näher zu bringen. Diverse Ateliers und Werkstätten, Kleingewerbe, Puppentheater und Proberäume, Gärten und Terrassen, Wohnungen und Keller öffneten ihre Türen. Die grosse Show blieb dabei vor der Tür; Ziel war es, den Besucher_innen ein authentisches Bild über das Tun und Schaffen am jeweiligen Ort zu vermitteln. Denjenigen die trotz garstigem Wetter den Weg an die Industriestrasse fanden, eröffneten sich Zeit und Muse für spannende Gespräche und Begegnungen. Unter dem Strich Beweis dafür, dass „gemeinsam geniessen, statt einsam verzichten" doch mehr Sinn macht.

Neues Extrablatt
Ende April erschien das Extrablatt 3, die Zeitung der IG Industriestrasse. Erfahren Sie, wie die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (abl) Mietzinse tief hält, wie sich das genossenschaftliche Bauen in der Stadt Luzern seit den Anfängen entwickelt hat, lesen Sie mehr über die Ideen und Ziele von IGI und GWI und spannende Geschichten aus dem Alltag an der Industriestrasse.
Neu im Extrablatt: In einem Glossar erklärt das Extrablatt Begriffe, die in (fast) aller Munde sind: Wie beispielsweise „2000-Watt-Gesellschaft", „Clusterwohnung" oder „Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft".
Zu finden ist das Extrablatt in diversen Läden und Restaurants in und um Luzern. Ausserdem liegt es der Juliausgabe des Kulturmagazins bei. Natürlich lässt sich das Extrablatt auch online auf der Website der IGI nachlesen.

http://www.industriestrasse.ch/downloads

Strassenfest
Am Samstag 31. August findet auch dieses Jahr wieder ein Fest an der Industriestrassse statt! Über das genaue Programm wird so bald als möglich informiert. Nur soviel vorweg: Das Strassenfest bleibt auf der Strasse, und es dauert von 13 bis 21 Uhr.

Mitmachen bei der IG Industriestrasse
Die Kerngruppe der IGI (Rund 25 Teilnehmer_innen) trifft sich alle 2 Wochen und koordiniert die rund 11 Arbeitsgruppen, welche sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen. Sowohl die Arbeitsgruppen als auch die Kerngruppe sind offen für alle und sind dankbar für jede Unterstützung!
Auch bei kleineren Arbeiten (wie zB Verteilen vom Extrablatt) sind wir immer froh um Hilfe. Wer keine Zeit hat, aber Geld, darf uns auch in dieser Form unterstützen! Die Ausgaben der IGI sind gering, doch das Konto kann jeden Zustupf gut brauchen...

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IMPRESSUM
Newsletter der IG Industriestrasse Luzern.
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